Archiv für die Kategorie „Über die Rendsburger Symposien“

Rückblick
Seit dem Jahre 2002 ist das Nordkolleg Rendsburg eine wichtige Koordinate für deutschsprachige Hörspielmacherinnen und -macher, für Radioredakteure, Radiofeature-Autoren, Journalisten und Hörspiel- und Radiobegeisterte. In jenem Jahr fand das 1. Hörspielsymposion an der Eider statt.
Von Anfang an gefördert durch die Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Medien in Schleswig-Holstein (MSH) entwickelte sich das Symposion zu einem Arbeitstreffen der wichtigsten Hörspielmacherinnen und -macher in Deutschland. Namhafte Autoren, Regisseure und Wissenschaftler trugen durch Vorträge oder ihre Teilnahme zum Erfolg der Symposienreihe bei, unter ihnen zum Beispiel Ulrich Bassenge, Frieder Butzmann, Walter Filz, Thomas Gerwin, Jens Jarisch, Frank Kaspar, Ulrich Lampen, Michael Lentz, Michael Lissek, Eberhard Petschinka, Paul Plamper, Hans-Ulrich Wagner und viele andere.
Mit Frank Kaspar (2002 bis 2006) und Jochen Meißner (seit 2007) zeichnen zwei Kuratoren für die Programme der Hörspielsymposien verantwortlich, die in ihrer langjährigen Tätigkeit als Hörspielkritiker für Rundfunk und Printmedien eine herausragende Expertise erworben haben.
Seit 2008 setzt die Medienstiftung Hamburg Schleswig-Holstein das Förderengagement der 2007 aufgelösten MSH fort und ermöglichte die Herausgabe eines Sammelbandes mit Beiträgen der ersten sechs Hörspielsymposien an der Eider.

Absicht
Es zeigte sich im Laufe der Entwicklung der Hörspielsymposien aber immer deutlicher, dass die Erforschung des Genres »Radiofeature« ein Desiderat darstellt. Michael Lissek hat in seinem auf dem 4. Hörspielsymposion an der Eider gehaltenen Vortrag »Der Autor als Umschalter und Transformator« auf die Problematik aufmerksam gemacht.
Während das Hörspiel als künstlerisches Ausdrucksmittel in seiner technischen und ästhetischen Entwicklung an vielen Hochschulen und in verschiedenen Fächern erforscht wird, woran das Hörspielsymposion an der Eider in erheblicher Weise mitwirkt, ist das Radiofeature ein Teekesselchen oder eine Wittgensteinsche Käferschachtel. Die äußere Form ist bekannt, der Inhalt entzieht sich jedoch einer objektiven Beurteilung, da eine objektive Erforschung des »Radiofeatures« schlichtweg nicht stattfindet. Es wird zwischen akustischer Kunst, Hörspiel, journalistischem Bericht und Reportage verortet, eine genaue Positionsbestimmung kann aber nur vermutet werden, begründet sie sich doch meist im Erfahrungshorizont desjenigen, der sich an einer Einordnung des Radiofeatures versucht.

Neben dem »Hörspielsymposion an der Eider« hat das Nordkolleg Rendsburg daher ein »Radiofeaturesymposion an der Eider« ins Leben gerufen. Beide Symposien sollen sich zum einen um die Erforschung der Ästhetik, der Geschichte und der Zukunftsfähigkeit von Hörspiel und Radiofeature kümmern, zum anderen sollen Sie fester Anlaufpunkt für den Austausch und die Weiterbildung von Hörspiel- und Featuremacher bleiben bzw. werden.

Die Ergebnisse beider Symposien sollen in regelmäßiger Folge in den »Rendsburger Schriften«, der Publikationsreihe des Nordkolleg Rendsburg, publiziert werden. Da sowohl Hörspiel als auch Radiofeature akustische Erlebnisse sind, soll diese Internetseite die Möglichkeit bieten, akustische Inhalte zu präsentieren, zu archivieren, Informationen zu den Themen Hörspiel und Feature, Informationen zu den Symposien bereitstellen und einen Austausch der Symposienteilnehmer untereinander gewährleisten.

Das Hörspielsymposion an der Eider wird den Schwerpunkt auf die Erforschung der Ästhetik und der Innovationsfähigkeit von Hörspiel, Feature und Sound Art sowie auf die bessere Vernetzung von freier und institutioneller Hörspiel-/Feature-/Sound-Art-Szene setzen.

Das Radiofeaturesymposien hingegen wird sich zwar auch mit ästhetischen Fragestellungen auseinandersetzen, jedoch soll im Unterschied zum Hörspielsymposion der Fokus auf der Identitätserforschung des Mediums »Radiofeature« liegen. Von hoher Relevanz wird deshalb die Einbindung akademischer Einrichtungen und interessierter Forscher/innen in das Programm des Radiofeaturesymposions sein. Die Veröffentlichung der Beiträge des Symposions in einer Publikation sowie die Begleitung durch eine Internetseite sind elementar wichtige Komplementärmaßnahmen, damit ein allgemein wahrnehmbarer Impuls zur Erforschung des Radiofeatures gesetzt werden kann.